Trockener, wärmer und günstiger: So wird Portugal im Jahr 2050 aussehen

Aktualisiert am 14. September 2021 von Algarve Guide

Eingebunden in das Mittelmeerklima und mit einer langen Küstenlinie ist Portugal besonders anfällig für extreme Phänomene infolge des Klimawandels. Die Gesundheitsrisiken steigen in mehreren Bereichen.

Portugal wird in den kommenden Jahrzehnten mehr Dürren, Trockenheit und ein erhöhtes Risiko von Bränden erleben. Dies geht aus dem Bericht des Zwischenstaatlichen Ausschusses für Klimaänderungen (IPCC – Intergovernmental Panel on Climate Change – gerne auch als Weltklimarat bezeichnet) hervor, der im August letzten Jahres veröffentlicht wurde und in dem Portugal zusammen mit Spanien, Italien, Griechenland, der Türkei und Nordmarokko in den Mittelmeerraum eingeordnet wird.

Der IPCC kommt in dieser Analyse zu dem Schluss, dass diese Region bis 2050 von einer Kombination von Phänomenen mit starken klimatischen Auswirkungen betroffen sein wird, wie Erwärmung, extreme Temperaturen, zunehmende Dürren und Trockenheit, geringere Niederschläge, ein Klima, das Brände begünstigt, Veränderungen des Meeresspiegels sowie die Verringerung der Schneedecke und der Windgeschwindigkeit.

Das Land wird aufgrund der hohen Wahrscheinlichkeit eines Temperaturanstiegs von 2°C oder mehr besonders anfällig für Dürren, Trockenheit und Brände sein.

Der IPCC sagt auch, dass der Meeresspiegel in allen europäischen Gebieten mit Ausnahme der Ostsee steigen wird. Als Küstenland wird Portugal besonders anfällig sein, da bei häufigeren Extremereignissen mehr Überschwemmungen an den Küsten auftreten werden. Es wird also erwartet, dass sich die Linien entlang der Sandküsten im Laufe des 21. Jahrhunderts zurückbilden werden.

Ein Land, das durch den Klimawandel gefährdet ist

Im Jahr 2021, am 13. Mai, erschöpfte Portugal die für das ganze Jahr verfügbaren natürlichen Ressourcen, so die Bilanz der Umweltorganisation ZERO in Zusammenarbeit mit Global Footprint Network. Das bedeutet, dass das Land mehr als die Hälfte des Jahres mit einem Klimakredit lebt, dessen Folgen sich in seinem ökologischen Fußabdruck niederschlagen.

Auf der Grundlage dieses IPCC-Berichts hat ZERO die wichtigsten Folgen des Klimawandels in Portugal aufgezeigt. Sie weist insbesondere auf die größere Gefährdung durch Dürre, Wüstenbildung und das Auftreten von Waldbränden hin. Aufgrund der langen Küstenlinie ist das Land der Erosion dieser Linie durch den Anstieg des durchschnittlichen Meeresspiegels und die Zunahme von Stürmen ausgesetzt. Diese Veränderungen wirken sich auch auf die menschliche Gesundheit und die landwirtschaftliche Tätigkeit selbst aus. In diesem Fall wird es immer schwieriger, landwirtschaftliche Systeme aufrechtzuerhalten, die empfindlicher auf Wasserbegrenzungen oder die traditionelle Produktion reagieren, insbesondere im Süden des Landes. „In Portugal sollte der Klimawandel zunehmend zu einer nationalen Priorität werden, da die Mittelmeerregion (und ihr Schnittpunkt mit dem Atlantik) ein Hotspot ist, d.h. ein geographisches Gebiet, das am stärksten von den negativen Auswirkungen des Klimawandels betroffen ist“, betont ZERO.

Erhöhte Gesundheitsrisiken

Bei einem Temperaturanstieg von 2 °C oder mehr werden kritische Schwellenwerte für Ökosysteme und Menschen erreicht. Nach Angaben der Europäischen Umweltagentur (EUA) werden Hitzewellen bis 2050 in der Europäischen Union voraussichtlich 120 000 zusätzliche Todesfälle pro Jahr verursachen und wirtschaftliche Kosten in Höhe von 150 Milliarden Euro verursachen, wenn keine neuen Maßnahmen ergriffen werden. Diese extremen Hitzewellen betreffen vor allem die südeuropäischen und mediterranen Länder, zu denen auch Portugal gehört. Der EUA zufolge ist diese Schätzung nicht nur auf die höheren Temperaturen und ihre größere Häufigkeit zurückzuführen, sondern auch auf die demografische Entwicklung. Derzeit sind etwa 20 % der EU-Bürger über 65 Jahre alt, ein Prozentsatz, der bis 2050 auf etwa 30 % ansteigen dürfte.

Die Gesundheitsrisiken haben jedoch eine Vielzahl von Quellen. Neben der Hitze werden durch die Zunahme der Waldbrände auch mehr gesundheitsschädliche Partikel in die Luft freigesetzt, die Atemprobleme verursachen. Die EUA weist auch darauf hin, dass mit milderen Wintern und feuchteren Sommern einige krankheitsübertragende Insekten ihren Überlebensbereich erweitern. Diese Insekten können Krankheiten wie Lyme-Borreliose, Dengue-Fieber und Malaria in neue Gebiete tragen, in denen das Klima zuvor nicht für sie geeignet war. Bemerkenswert ist auch die Zunahme der saisonalen Allergien, die auf Klimaschwankungen zurückzuführen sind. All dies wird vor allem die Schwächsten einem erhöhten Krankheitsrisiko aussetzen.

Diese Projektion ist nicht einzigartig. In einer kürzlich in der Fachzeitschrift The Lancet Planetary Health veröffentlichten Studie wurden die Auswirkungen des Temperaturanstiegs auf die Sterblichkeitsrate in Europa untersucht, wobei festgestellt wurde, dass der Temperaturanstieg hier schneller erfolgt als auf jedem anderen Kontinent in den letzten Jahrzehnten. In der Veröffentlichung wird auf den besonderen Sommer 2003 hingewiesen, in dem die Hitze mehr als 70 000 vorzeitige Todesfälle in Europa verursachte, wobei die größte relative Übersterblichkeit im benachbarten Spanien zu verzeichnen war. Da die Temperaturen allmählich steigen, werden ähnliche Szenarien für die kommenden Jahre vorhergesagt.

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