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Betreiber von Portugals größtem Solarkraftwerk meldet Insolvenz an


Aktualisiert am 26. August 2026 von Algarve Guide

Welink Energy Portugal 2 UK Limited – Muttergesellschaft von Solara4 ist insolvent

Das Unternehmen, das Portugals größtes Solarkraftwerk betreibt, ist in die Insolvenz gegangen, nachdem das 175-Millionen-Euro-Projekt an der Algarve nicht genügend Einnahmen erwirtschaftet hat, um seine Schulden zu begleichen.

Laut Expresso ist das 220-Megawatt-Kraftwerk in Alcoutim weiterhin in Betrieb, soll nun aber an neue Investoren verkauft werden, während Berater versuchen, dessen Zukunft zu sichern.

Die Anlage befindet sich im direkten Besitz des portugiesischen Unternehmens Solara4, dessen Muttergesellschaft – die in Großbritannien registrierte Welink Energy Portugal 2 UK Limited – insolvent ist.

Ein Bericht der Beratungsgesellschaft BDO, die das Verfahren überwacht, beschreibt eine verheerende Kombination aus einer geringer als erwarteten Stromproduktion, technischen Ausfällen, Bränden und einbrechenden Großhandelspreisen für Energie.

Der rasante Ausbau der Solarstromerzeugung auf der Iberischen Halbinsel hat die Preise in Zeiten reichlicher Versorgung auf null – und manchmal sogar unter null – gedrückt, wodurch das Kraftwerk Alcoutim deutlich geringere Einnahmen verzeichnet als ursprünglich prognostiziert.

Gleichzeitig kam es in der Anlage in den letzten 12 Monaten zu mehreren Bränden, die Anlagen beschädigten, die Produktion unterbrachen und die Wartungskosten in die Höhe trieben.

Einige Vorfälle standen im Zusammenhang mit Anlagenausfällen, darunter Probleme mit Wechselrichtern, wodurch Teile der Anlage über längere Zeiträume nicht verfügbar waren.

Am 26. Mai hatte trockene Vegetation, die auf ihre Beseitigung wartete, Berichten zufolge 10 % der Anlage außer Betrieb gesetzt; die Reparaturarbeiten werden voraussichtlich zwischen acht und 14 Wochen dauern.

Die Verwaltung der Anlage wurde nun von der irischen Welink Investments an das Unternehmen für erneuerbare Energien Exus übertragen. In Zusammenarbeit mit dem Energieberatungsunternehmen Enertis wird Exus prüfen, welche Investitionen zur Steigerung der Produktion erforderlich sind.

BDO wird den Gläubigern die Ergebnisse mitteilen, wobei der spätere Verkauf des Alcoutim-Kraftwerks Teil des Sanierungsplans ist.

Die Hauptgläubiger sind das in Südafrika gegründete Unternehmen Investec und die Kommunalkredit Austria, die den Bau mitfinanziert haben. Sie stellten ursprünglich 100 Millionen Euro zur Verfügung und haben noch Forderungen in Höhe von rund 64 Millionen Euro.

Das Projekt steht zudem im Mittelpunkt eines Rechtsstreits über 143 Millionen Euro mit CTIEC (China Triumph International Engineering Co., Ltd.), einer Tochtergesellschaft der staatlichen chinesischen China National Building Material Group Corporation.

CTIEC wurde 2017 mit dem Bau des Kraftwerks beauftragt, das im Oktober 2021 an das nationale Stromnetz angeschlossen wurde. Im Jahr 2023 waren jedoch noch einige Arbeiten unvollendet, als Welink den Vertrag kündigte und behauptete, das chinesische Unternehmen habe das Projekt aufgegeben.

CTIEC hat seitdem in Portugal ein Schiedsverfahren wegen der Summe eingeleitet, die ihm nach eigenen Angaben zusteht.

Hugo Paz, Welinks Direktor für die Iberische Halbinsel, erklärte gegenüber Expresso, der ursprüngliche Auftragnehmer habe nicht alle seine Verpflichtungen erfüllt. Er räumte jedoch ein, dass technische Probleme, niedrige Solarstrompreise und sinkende Einnahmen eine Umschuldung unvermeidlich gemacht hätten.

Welink argumentiert, dass die Solaranlage als eigenständiger Betrieb wirtschaftlich nicht tragfähig bleiben könne. Die vorgeschlagene Lösung besteht darin, die Solarstromerzeugung mit Windkraft und Batteriespeichern zu kombinieren, um zusätzliche Einnahmequellen zu schaffen und den Strom zu verkaufen, wenn die Marktpreise günstiger sind.

Die ursprünglichen Pläne sahen 25 Windkraftanlagen mit einer Gesamtleistung von 165 MW, fast 50 MW zusätzliche Solarleistung und einen möglichen 100-MW-Batteriepark vor.

Das Hybridprojekt stieß jedoch auf heftigen Widerstand von Seiten des Umweltschutzes. Die von der portugiesischen Umweltbehörde APA geleitete Bewertungskommission gab eine ablehnende Stellungnahme ab, in der unter anderem Bedenken hinsichtlich der Nähe der geplanten Windkraftanlagen zu Brutgebieten von Bonelli-Adlern und anderen geschützten Arten geäußert wurden.

Auch das Naturschutzinstitut ICNF forderte eine geringere Anzahl von Windkraftanlagen, Änderungen an deren Standort sowie weitere Schutzmaßnahmen für die Vogelwelt.

Solara4 überarbeitete daraufhin das Projekt und schlug Alternativen mit entweder 23 oder 25 Windkraftanlagen vor, die weiter von den Adlernestern entfernt stehen sollten. Zu den überarbeiteten Plänen gingen im Rahmen einer öffentlichen Anhörung zwischen Januar und Februar Hunderte von Stellungnahmen ein.

Eine endgültige Entscheidung der APA steht nun schon seit Monaten aus.

Welink gibt an, weiterhin in Gesprächen mit den finanzierenden Banken und den portugiesischen Behörden zu stehen, um die Leistung der Anlage zu verbessern, notwendige Reparaturen zu finanzieren und die Genehmigung für das Hybridkonzept zu erhalten. Da jedoch die Muttergesellschaft insolvent ist und die Gläubiger einen Verkauf vorbereiten, ist die künftige Eigentümerschaft an Portugals Vorzeigeprojekt im Bereich Solarenergie nun ernsthaft in Frage gestellt.


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