AlgarveNewsReisethemenTourismus

Hotels an der Algarve fordern Aussetzung der Einführung des EES aus Angst vor „Chaos“ im Sommer


Aktualisiert am 2. März 2026 von Algarve Guide

Hoteliers an der Algarve haben einen dringenden Brief an Premierminister Luís Montenegro geschickt, in dem sie vor einem möglichen „Chaos“ im Zusammenhang mit der Einführung des neuen Einreise-/Ausreisesystems (EES) der Europäischen Union am Flughafen Faro warnen und dessen Aussetzung fordern.

Das von 29 Schengen-Ländern vereinbarte System wurde im Oktober 2025 getestet und soll im April dieses Jahres, zeitgleich mit dem Beginn der Hochsaison an der Algarve, vollständig in Betrieb genommen werden.

In ihrem Schreiben an den Premierminister und die für Wirtschaft und Tourismus zuständigen Minister äußerte die Algarve Association of Hotels and Tourism Establishments (AHETA) „tiefe Besorgnis” über die Einführung des biometrischen Grenzkontrollsystems und verwies dabei auf bereits an anderen europäischen Flughäfen beobachtete Ineffizienzen.

Der Verband wies insbesondere auf Schwierigkeiten am Flughafen Humberto Delgado in Lissabon hin, wo die Regierung das EES Ende 2025 vorübergehend für drei Monate ausgesetzt hatte, um Betriebsstörungen zu vermeiden und den Passagierfluss wiederherzustellen.

Britischer Markt in Gefahr

AHETA betonte, dass das Vereinigte Königreich – auf das zwischen April und Oktober über 50 % des Passagieraufkommens am Flughafen Faro entfallen – außerhalb des Schengen-Raums liegt und daher vollständig den neuen biometrischen Einreiseverfahren unterliegt.

Der Verband warnte auch davor, dass die Bemühungen zur Diversifizierung der Tourismusmärkte, insbesondere zur Gewinnung von Besuchern aus den Vereinigten Staaten und Kanada, untergraben werden könnten, da Langstreckenpassagiere mit denselben zusätzlichen Grenzformalitäten konfrontiert sein werden.

Nach einem kürzlichen Treffen mit der Leitung des Flughafens Faro äußerte AHETA die Befürchtung, dass die Aussichten für den Sommer 2026 „beängstigend” sein könnten, da die Überlastung möglicherweise die Störungen der vergangenen Jahre übertreffen und zu einem „irreparablen Schaden” für den Ruf der Algarve als führendes Reiseziel führen könnte.

Forderung nach Aussetzung während der Hochsaison

Die Hoteliers fordern die Regierung nachdrücklich auf, den Empfehlungen der ABTA (dem Branchenverband für britische Reisebüros, Reiseveranstalter und die gesamte Reisebranche) zu folgen und die Notfallmaßnahmen der EU in vollem Umfang anzuwenden.

Im Mittelpunkt der Forderungen der AHETA steht die vorübergehende Aussetzung des EES zwischen dem 1. Juni und dem 30. September, um zu verhindern, dass Reisende in der Hochsaison stundenlange Wartezeiten und mögliche Unruhen unter den Passagieren in Kauf nehmen müssen.

Der Verband fordert außerdem eine dringende Aufstockung des Personals und der elektronischen Grenzkontrollstellen in Abstimmung mit den portugiesischen Flughafen- und Grenzbehörden.

„Für die AHETA ist portugiesische Gastfreundschaft unvereinbar mit Bildern von endlosen Warteschlangen“, erklärte der Verband und betonte die Notwendigkeit, sowohl die Rentabilität der Unternehmen als auch die Qualität des touristischen Erlebnisses in der Region zu schützen.

Der Brief wurde vom Vorstand des Verbandes unterzeichnet.

Auch Flughäfen in Frankreich haben aus ähnlichen Befürchtungen vor einem „Sommerchaos“ eine ähnliche Forderung nach Aussetzung der Einführung des neuen Systems gestellt.


Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert


Der Zeitraum für die reCAPTCHA-Überprüfung ist abgelaufen. Bitte laden Sie die Seite neu.